Leitfaden für AnfängerAI

Das Forward-KGV bei der Bewertung von KI-Aktien verstehen Was ist das Forward-KGV?

XXKK

Das vorausschauende Kurs-Gewinn-Verhältnis bei der Bewertung von KI-Aktien verstehen: Warum steigen KI-Aktien unaufhörlich weiter?


Künstliche Intelligenz ist zu einem der heißesten Trends an der Wall Street geworden, und die Daten bestätigen das.

Die weltweit größten Technologieunternehmen – Microsoft, Amazon, Alphabet/Google und Meta – investieren massiv in die KI-Infrastruktur. Ein erheblicher Teil dieses Geldes fließt an Chiphersteller, Speicheranbieter, Datenspeicherunternehmen, Netzwerkausrüster und Hardwareproduzenten.

Es wird erwartet, dass das Umsatzwachstum die Gewinne ankurbelt. Höhere Gewinnwartungen führen oft dazu, dass Investoren bereit sind, einen höheren Preis für Aktien zu zahlen.

Dieser Mitzieheffekt ist unübersehbar. Viele Unternehmen, die vom Markt früher als wachstumsschwach, zyklisch oder gar „phantasielos“ angesehen wurden, wurden fast über Nacht neu bewertet. Heute werfen wir einen Blick auf die Profiteure innerhalb der KI-Wertschöpfungskette:


Chiphersteller: NVIDIA (NVDA), Intel (INTC), Advanced Micro Devices (AMD)

Speicherchiphersteller: Micron (MU)

Datenspeicherunternehmen: Western Digital (WDC)

Lizenzgeber für Chiparchitektur: Arm (ARM)

Optische Netzwerkunternehmen: Lumentum (LITE)

Alle diese Unternehmen profitieren von der KI-Investitionswelle, allerdings auf unterschiedliche Weise und mit stark variierenden Risikoprofilen. Die Frage ist: Sind ihre aktuellen Aktienkurse wirklich gerechtfertigt? Hier kommt das vorausschauende Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward KGV) ins Spiel.



Was ist das vorausschauende Kurs-Gewinn-Verhältnis?


Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV oder englisch PE für Price-to-Earnings Ratio) ist eine der klassischsten und grundlegendsten Kennzahlen für die Aktienbewertung. Einfach ausgedrückt zeigt es, wie viel Investoren bereit sind, für jeden Dollar Gewinn zu zahlen, den das Unternehmen erwirtschaftet.

Kurs-Gewinn-Verhältnis = Aktienkurs ÷ Gewinn je Aktie (EPS)

Das üblicherweise genannte KGV, auch bekannt als historisches oder rollierendes KGV, basiert auf den tatsächlich erzielten Gewinnen der vergangenen 12 Monate.

Das vorausschauende KGV (Forward KGV) nutzt dagegen die erwarteten Gewinne der kommenden 12 Monate. Man kann sich das wie den Kauf eines Imbissstandes vorstellen. Man schaut nicht nur darauf, was er letztes Jahr verdient hat, sondern interessiert sich vor allem dafür, wie viel Gewinn er im nächsten Jahr voraussichtlich abwerfen wird. Genau das zeigt das vorausschauende KGV.

Vorausschauendes KGV = Aktueller Aktienkurs ÷ Erwarteter Gewinn je Aktie für die nächsten 12 Monate

Ein höheres vorausschauendes KGV bedeutet, dass Sie heute einen höheren Preis zahlen und darauf wetten, dass die zukünftigen Gewinne des Unternehmens die aktuelle Bewertung rechtfertigen können. Ein niedrigeres vorausschauendes KGV kann darauf hindeuten, dass das Unternehmen unterbewertet ist, es kann aber auch bedeuten, dass der Markt geringe Wachstumsersparnisse erwartet oder die Gewinnaussichten mit großer Unsicherheit behaftet sind.

Einige Referenzwerte:

S&P 500 Durchschnitt: ca. 15- bis 18-fach

Nasdaq 100 Index Durchschnitt: ca. 25- bis 28-fach

Die meisten KI-Aktien: Haben mittlerweile Bewertungsregionen erreicht, bei denen man sich fragt: „Meinen die das ernst?“

Wenn die Bewertung einer Aktie deutlich über diesen Durchschnitten liegt, sagt der Markt im Grunde: „Wir glauben, dass die Gewinne dieses Unternehmens so rasant wachsen werden, dass der heute teuer erscheinende Aktienkurs rückblickend betrachtet günstig wirken wird.“

1. Micron Technology (MU) — Vorausschauendes KGV: 7,60-fach

Micron macht nicht so oft Schlagzeilen wie NVIDIA oder AMD, aber seine Speicherchips sind ein unverzichtbares Glied in fortschrittlichen KI-Systemen. Warum ist das vorausschauende KGV von Micron mit nur 7,6-fach so niedrig, während viele KI-bezogene Aktien astronomische Bewertungen aufweisen?

Die Antwort lautet schlicht: Zyklizität.

Der Markt für Speicherchips ist eine klassische zyklische Branche. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, steigen die Preise rasant; sobald das Angebot aufholt, können die Preise stark einbrechen. Investoren kennen diesen Zyklus in- und auswendig und wagen es daher nicht, darauf zu setzen, dass die guten Zeiten ewig anhalten. Das erklärt die niedrigere Bewertung für Micron.

Was Micron jedoch derzeit wirklich beachtenswert macht:

Die HBM-Chips von Micron kommen bereits in NVIDIAs Blackwell-GPU-Plattform zum Einsatz.

Das Management hat prognostiziert, dass HBM im nächsten Geschäftsjahr voraussichtlich eine Umsatzquelle im Milliarden-Dollar-Bereich sein wird.

Bei einem vorausschauenden KGV von rund 7-fach bewertet der Markt Micron immer noch wie ein Standard-Rohstoffunternehmen. Wenn sich die Wachstumsstory hinter KI-Speicherchips letztendlich bewahrheitet, könnte sich die Lücke zwischen Aktienkurs und Fundamentaldaten schnell schließen.


2. Western Digital (WDC) — Vorausschauendes KGV: 25,19-fach

Früher hätte niemand ein „Festplatten-Unternehmen“ auf seine KI-Beobachtungsliste gesetzt. Aber vergessen Sie nicht: Jedes KI-Modell braucht Platz zum Speichern von Daten. Trainingsdatensätze sind schnell mehrere hundert Terabyte groß, und diese Daten müssen irgendwo abgelegt werden. Western Digital liefert genau die Speicherinfrastruktur, die diese Daten trägt.

WDC weist derzeit ein vorausschauendes KGV von 25,19-fach auf, was zeigt, dass der Markt begonnen hat, das Unternehmen als echten KI-Profiteur zu sehen und nicht mehr nur als traditionelles Hardware-Unternehmen.

Das Kernfazit lautet: Die Bullen-Story für WDC basiert darauf, dass KI die Nachfrage nach Datenspeicherung langfristig strukturell ankurbeln wird. Das Risiko besteht darin, dass die Speicherhardware-Branche nach wie vor hart umkämpft ist und sehr empfindlich auf Veränderungen der Gewinnmargen reagiert.


Handeln Sie Western Digital (WDC) auf XXKK!


3. NVIDIA (NVDA) — Vorausschauendes KGV: 26,53-fach

Was viele am meisten überrascht: Das dominanteste Unternehmen im KI-Sektor liegt auf Basis des vorausschauenden KGVs im unteren Mittelfeld dieser Liste.

Warum? Weil die Gewinne von NVIDIA so schnell wachsen, dass der Gewinn (der „Nenner“ im Bruch) trotz des kontinuierlich steigenden Aktienkurses extrem schnell größer wird, was das KGV nach unten drückt.

Die von NVIDIA selbst offengelegten Daten sprechen Bände:

Der Umsatz stieg von 26,97 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2023 auf 130,5 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2025 – fast eine Verfünffachung innerhalb von nur zwei Geschäftsjahren.

NVIDIA verfügt zudem mit CUDA über ein Software-Ökosystem mit einem extrem tiefen Burggraben. CUDA wurde fast 20 Jahre lang aufgebaut und macht es Entwicklern sehr schwer, einfach auf die Plattform eines Wettbewerbers zu wechseln.

Immer neue Allzeithochs, Quartal für Quartal – das war der rote Faden für NVIDIA in den letzten Quartalen.

Mit einem vorausschauenden KGV von 26,53-fach ist NVIDIA nach traditionellen Maßstäben sicherlich nicht billig. Betrachtet man jedoch das nachgewiesene Gewinnwachstumspotenzial und die solide Wettbewerbsposition, wirkt diese Bewertung vergleichsweise solide.


4. Lumentum (LITE) — Vorausschauendes KGV: 59,52-fach

Stellen Sie sich zunächst eine Frage: Wenn ein Rechenzentrum Tausende von KI-Chips installiert hat, wie kommunizieren diese schnell genug miteinander, um ihre volle Leistung zu entfalten? Die Antwort lautet: Optische Verbindungen. Das bedeutet Datenübertragung per Glasfaser in Form von Lichtsignalen. Lumentum stellt genau die Laserkomponenten und optischen Transceiver her, die für diese Hochgeschwindigkeitskommunikation benötigt werden.

Da KI-Cluster immer größer werden, steigt auch die Nachfrage nach den Produkten von Lumentum. Nehmen wir als Beispiel NVIDIAs Blackwell NVL72-Server-Rack: Ein einziges Rack verbindet 72 GPUs, wodurch der interne Bandbreitenbedarf in den Bereich von mehreren Terabit pro Sekunde steigt.

Mit einem vorausschauenden KGV von 59,52-fach ist Lumentum eher eine Aktie mit höherem Risiko und hoher Volatilität im Bereich der KI-Infrastruktur. Das Unternehmen profitiert zweifellos vom KI-Ausbau, ist jedoch kleiner und schwankt stärker. Wenn sich die Ausgaben für KI-Infrastruktur verlangsamen oder die erwartete Nachfrage nicht effektiv in Gewinne umgemünzt wird, könnte die Bewertung schnell einbrechen.



5. Advanced Micro Devices (AMD) — Vorausschauendes KGV: 64,94-fach

Im Jahr 2015 dümpelte die AMD-Aktie noch bei rund 2 US-Dollar pro Aktie. Damals wurde das Unternehmen von vielen als Paradebeispiel für Missmanagement gesehen. Heute ist AMD zu einem Konkurrenten herangewachsen, den sowohl Intel als CNBC bzw. NVIDIA absolut ernst nehmen müssen.

Und das ist kein Hype:

Der KI-Beschleuniger MI300X wurde bereits erfolgreich in Designs von Microsoft Azure, Meta und Oracle Cloud integriert.

Die EPYC-Server-CPUs von AMD halten mittlerweile über 33 % des x86-CPU-Marktes – ein Segment, das einst fast das exklusive Terrain von Intel war.

AMD prognostiziert selbst, dass der Umsatz mit Rechenzentrum-GPUs im Jahr 2024 die Marke von 5 Milliarden US-Dollar überschreiten wird.

Die Kern-Investmentstory bei AMD ist simpel: Man muss NVIDIA nicht schlagen, um zu gewinnen. Es reicht völlig aus, sich einen bedeutenden Anteil an einem Markt zu sichern, der jährlich um Hunderte Milliarden Dollar wächst.



6. Arm Holdings (ARM) — Vorausschauendes KGV: 97,09-fach

Arm ist eines der außergewöhnlichsten Unternehmen im Technologiesektor. Es produziert keine eigenen Chips, betreibt keine Rechenzentren und verkauft keine physische Hardware. Was sie tun, ist das Design der zugrunde liegenden Chiparchitektur. Andere Unternehmen entwickeln auf dieser Basis ihre eigenen Chips und zahlen Arm Lizenzgebühren oder Royalties für jeden ausgelieferten Chip. Apple, NVIDIA, Qualcomm, Samsung, Amazon – sie alle zahlen an Arm, und zwar immer wieder.

Die von Arm offengelegten Daten verdeutlichen die enorme Größe:

Historisch wurden bereits mehr als 250 Milliarden Chips mit Arm-Architektur ausgeliefert.

Die überwältigende Mehrheit aller Smartphones weltweit nutzt Arm-Technologie.

Arm erzielte im Geschäftsjahr 2024 ein starkes zweistelliges Umsatzwachstum.

Der entscheidende Punkt bei der KI-Story von Arm liegt jedoch nicht bei den Smartphones, sondern in der Expansion in andere Bereiche. Da KI Einzug in Autos, PCs, Edge-Geräte und viele weitere Endgeräte hält, könnte jede neue Hardwarekategorie zu einer neuen Quelle für Lizenzgebühren für Arm werden.

Das Kernfazit lautet: Arm hat eines der besten Geschäftsmodelle der Tech-Welt, ist aber auch eine der am teuersten bewerteten Aktien auf dieser Liste. Diese Bewertung verzeiht so gut wie keine Enttäuschungen.



7. Intel (INTC) — Vorausschauendes KGV: 156,25-fach

Kommen wir abschließend zu Intel. Das ist ein Turnaround, den kaum jemand vorhergesehen hat. Intel legt eine der spektakulärsten Aktienkurserholungen in der Geschichte der Halbleiterindustrie hin.

Wo stand Intel zuvor?

Der Nettogewinn von Intel brach von 19,9 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2021 ein und führte im Geschäftsjahr 2024 zu einem erheblichen Nettoverlust nach GAAP. AMD und Arm hatten erhebliche Marktanteile bei Server-CPUs abgeworben. Zudem drückten Intel Schulden von über 40 Milliarden US-Dollar. Wenn das vorausschauende KGV die Marke von 100-fach überschreitet, preist der Markt nicht die aktuelle Realität ein, sondern die Hoffnung auf eine künftige Erholung.

Wo steht Intel jetzt?

Im Jahr 2026 erreichte der Aktienkurs von Intel ein Allzeithoch von 133 US-Dollar, was einem Zuwachs von 445 % in den letzten 12 Monaten entspricht.

Dieser Anstieg basiert auf echten fundamentalen Veränderungen:

Der Umsatz im ersten Quartal 2026 erreichte 13,6 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn je Aktie von 0,29 US-Dollar, während die vorherige Prognose lediglich von einer Gewinnschwelle (Break-even) ausging.

Intel und Google kündigten eine mehrjährige Partnerschaft an, die die Bereiche KI, Inferenz und Cloud-Infrastruktur abdeckt.

Die US-Regierung beteiligte sich an Intel, woraufhin auch NVIDIA 5 Milliarden US-Dollar in Intel investierte.



An dieser Stelle lohnt es sich, kurz innezuhalten. Intel hat sich in rund 18 Monaten aus dem „Überlebensmodus“ zu einem Allzeithoch beim Aktienkurs hochgearbeitet. Dieser Turnaround erinnert uns daran, dass Bewertungen nicht statisch sind. Ein hohes vorausschauendes KGV kann ein Warnsignal sein, es kann für eine hohe Wachstumsprämie stehen, oder es bedeutet schlicht, dass sich die Gewinne des Unternehmens an einem zyklischen Tiefpunkt befinden und viel Erholungsraum bieten. Die eigentliche Aufgabe des Investors ist es zu beurteilen, mit welcher Situation man es zu tun hat.

Einige Regeln, die jeder Trader kennen sollte


Regel 1: Der Kontext ist wichtiger als die Zahl selbst

Ziehen Sie nach dem Blick auf das vorausschauende KGV keine voreiligen Schlüsse. Eine einzelne Zahl erzählt nie die ganze Geschichte.

Regel 2: Hohe Bewertung bedeutet auch hohes Risiko

Je teurer eine Aktie im Verhältnis zu ihrem Gewinn ist, desto schneller und heftiger fällt der Kurs meist, wenn Probleme auftreten.


Regel 3: Achten Sie auf den Investitionszyklus (CapEx) und hinterfragen Sie regelmäßig Ihre Investmentstory

Die Bewertung aller KI-Aktien auf dieser Liste hängt davon ab, dass die großen Tech-Giganten – Microsoft, Amazon, Google, Meta – weiterhin in großem Stil in die KI-Infrastruktur investieren. Sollte dieser Wachstumsmotor ins Stocken geraten, könnten sämtliche Bewertungen auf dieser Liste sehr schnell nach unten korrigiert werden.

Storys ändern sich, Logiken ebenfalls. Bleiben Sie neugierig und halten Sie sich kontinuierlich über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden.

Die goldene Regel:

Der Fehler, den die meisten Menschen machen, ist, das vorausschauende KGV als endgültiges Fazit zu betrachten. Aber es ist kein Fazit, sondern eine Frage: „Welche zukünftige Gewinnstory erzählt der Markt hier gerade? Und glauben Sie an diese Story?“

Das vorausschauende KGV sagt Ihnen nicht, was Sie kaufen sollen. Es zeigt Ihnen, welche Annahmen erst noch bewiesen werden müssen.


Bereit, um zu starten?

Machen Sie den nächsten Schritt und beginnen Sie Ihre Reise. Schließen Sie sich Tausenden von Nutzern an, die bereits von unserer Plattform profitiert haben.