Was ist ein „Rug Pull“-Betrug
Rug Pulls sind eine häufige Betrugsmasche im Kryptowährungsmarkt, die meist in DeFi-Projekten vorkommt.
„Rug Pull“ stammt aus dem englischen Ausdruck „pull the rug out“. In der Kryptowelt bezeichnet ein Rug Pull, wenn das Entwicklerteam plötzlich alle Liquidität und Unterstützung von einem neu gestarteten Projekt zurückzieht und ahnungslose Investoren mit wertlosen Token zurücklässt. Rug Pulls sind am häufigsten im DeFi-Bereich (Dezentralisierte Finanzen) zu finden, wobei viele Investoren – sowohl Anfänger als auch erfahrene – Opfer dieser Betrugsmasche werden.
Der typische Rug-Pull-Ablauf beginnt mit der Erstellung eines neuen Tokens, der an einer dezentralen Börse (DEX) gelistet wird. Dieser Token wird mit wertvollen Vermögenswerten wie ETH oder AVAX gepaart und in einen Liquiditätspool eingezahlt, manchmal begleitet von unrealistischen Renditeversprechen. Das Entwicklerteam kann auch Influencer engagieren, um den Token weiter zu bewerben. Sobald sie die Liquidität erhalten haben, ziehen sie binnen Sekunden alle wertvollen Vermögenswerte ab und verschwinden mit dem Geld.
Nach einem Initial DEX Offering (IDO) können weitere Rug-Pull-Methoden angewandt werden. Die Entwickler verkaufen alle Tokens auf einmal zu einem hohen Preis, was den Token-Preis sofort auf Null fallen lässt. Manche hinterlassen sogar Hintertüren im Smart Contract, sodass außer einigen wenigen niemand die Tokens verkaufen kann – ähnlich wie beim berüchtigten Squid Game Token Scam.
Versteckte Anzeichen für einen Rug Pull
Wie bei allem gibt es auch bei Rug Pulls Warnzeichen:
Kaum Liquiditätssperren
In der Kryptowelt sperren viele Projektentwickler ihre Tokens oder Liquidität für längere Zeit als eine Art Garantie und Zeichen des guten Willens, um zu zeigen, dass sie das Projekt weiterentwickeln und unterstützen möchten. Wenn es jedoch kaum oder gar keine Sperrfrist gibt, gibt es fast nichts, was die Entwickler daran hindert, alle Liquidität abzuziehen oder alle Tokens zu verkaufen und so alle Investoren zu betrügen. Wenn du keine solche Garantie oder irgendeine Form von Absicherung siehst, vertraue auf das Murphy’sche Gesetz.
Übermäßige Social-Media-Hype
Gute Projekte sprechen für sich selbst. Gefälschte Projekte engagieren eine Reihe von Influencern, die nie wirklich am Projekt beteiligt waren (und oft wenig von Kryptowährungen verstehen), um für das Projekt zu werben. Diese Influencer erzählen ihren Millionen von Followern von einem neuen Projekt, das angeblich großes Potenzial hat oder unrealistische Renditen verspricht, und erzeugen so einen starken „FOMO“-Effekt. Meistens haben sie die technischen Details nie wirklich untersucht oder das Whitepaper gelesen. Niemand kann Experte in jedem Bereich sein, aber wenn jemand anfängt, etwas stark zu bewerben, von dem er offensichtlich wenig Ahnung hat, solltest du vorsichtig sein.
Sehr niedriger TVL
Kryptowährungen sind volatil. Das weißt du inzwischen sicher. Viele Projekte hinterlegen große Mengen Liquidität in ihren DeFi-Protokollen, das sogenannte Total Value Locked (TVL), um den Token-Preis zu stabilisieren. Ein hoher TVL zeigt nicht nur Stärke, sondern hilft auch, Volatilität zu widerstehen und ermöglicht potenziell höhere (aber angemessene) Renditen. Ein niedriger TVL macht das Protokoll anfällig für Manipulationen. Der Token-Preis kann leicht explodieren, was neue Investoren (also die nächsten Opfer) anzieht. Achte auf Projekte mit niedrigem TVL, da hier ein Rug Pull drohen kann. Es gibt schließlich kein kostenloses Mittagessen.
Vage Whitepaper
Entwickler sind normalerweise bereit, in ihrem Whitepaper zu erklären, was sie tun und wie sie es (mit viel Mühe) erreichen. Deshalb sind die meisten Whitepaper oft technisch und selbst für Anfänger nicht leicht verständlich. Wenn ein Whitepaper jedoch kaum technische Details enthält, dafür aber voll von hohlen Versprechungen und vagen Aussagen ist oder mit Fachbegriffen um sich wirft, ohne Substanz zu bieten, könnte das ein Problem sein. Außerdem ist es ein Warnsignal, wenn das Whitepaper anderen sehr ähnlich sieht. Plagiat ist überall ein Vertrauensbruch.
Bemerkenswerte Wale
Die Anonymität von Kryptowährungen ist einer ihrer größten Vorteile, wenn sie voll umgesetzt wird. Doch die meisten Kryptowährungsnetzwerke sind nur halb anonym und bieten eigene Block-Explorer, um Transaktionen und Wallet-Salden einzusehen. Wale sind Wallet-Adressen mit großen Mengen an Kryptowährungen. Wenn ein großer Anteil der neuen Tokens nur von wenigen Wallets gehalten wird, können diese leicht alle Tokens verkaufen und das Geld der anderen Investoren abziehen. Du wirst vielleicht nie wissen, wer hinter diesen Adressen steckt, aber du solltest wissen, was skrupellose Akteure mit großen Token-Mengen anrichten können.
Wie man Rug Pulls vermeidet
Eigenständige Recherche (DYOR). Vertraue niemals nur, weil jemand überzeugend klingt.
Sei wachsam. Wenn dir etwas verdächtig vorkommt, ist Vorsicht die beste Strategie.
Stelle technische (auch mal unbequeme) Fragen. Wenn Entwickler ihr Projekt nicht verständlich und selbstbewusst erklären können, warum solltest du ihnen dann dein hart verdientes Vermögen anvertrauen?
Wähle vertrauenswürdige zentralisierte Börsen (CEX). CEXs verlangen in der Regel umfangreiche Prüfungen und Audits, bevor sie einen Token listen.
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